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Pokerregeln von Texas Hold'em / Basics - Teil 1: Blatt-Rangfolgen, Pokerhände
Sehr wichtiges Grundwissen ist natürlich eine exakte Kenntnis über die Rangfolge der Pokerhände, die man während des Spiels erhalten kann und die (unter anderem) das Verhalten der einzelnen Spieler und deren einzelne Spielzüge bestimmen. Die jeweiligen Pokerhände ergeben sich bei Texas Hold'em aus insgesamt sieben Spielkarten, wobei stets nur die fünf Karten zählen, aus denen die für jeden einzelnen Spieler höchstmöglichste Kombination - eben die ranghöchste Pokerhand - gebildet wird.
 
Jeder Spieler erhält bei Texas Hold'em Poker
zwei verdeckte Karten, die so genannten Poketkarten bzw. Pocketcards. In verschiedenen, durch Setzrunden unterbrochenen Schritten, werden dann fünf Gemeinschaftskarten in der Tischmitte offen ausgelegt. Somit hat jeder Spieler sieben verschiedene Karten zur Verfügung, um hieraus jeweils die für ihn bestmögliche Pokerhand bilden zu können.
Es ist bei Texas Hold'em (im Gegensatz z.B. zu der Pokervariante Omaha) übrigens völlig unerheblich, ob und wenn ja, wie viele Karten aus den eigenen oder den Gemeinschaftskarten zum Bilden von Händen verwendet werden. Es zählen stets die fünf Karten, die für den jeweiligen Spieler das bestmögliche Blatt bedeuten. Ob der Spieler hierfür eine, zwei oder auch gar keine seiner eigenen Karten verwendet, ist völlig gleichgültig. Es können also auch theoretisch die fünf Gemeinschaftskarten das ranghöchte Blatt für einen einzelnen Spieler darstellen.
 
Nachfolgend sind alle möglichen Hände für Texas Hold'em Poker aufgelistet, wobei unsere Aufstellung mit der rangniedrigsten Hand beginnt und dann aufsteigend bis zur höchstmöglichen Hand fortgesetzt wird.
Es ist übrigens in dem Zusammenhang für Sie absolut unverzichtbar, diese Rangfolge "praktisch im Schlaf" auswendig zu können. Prägen Sie sich also die einzelnen Pokerhände gut ein!
1.) High Card - Höchste Karte:
Wenn überhaupt kein Spieler in der jeweiligen Runde eine Kombination aus den sieben ihm zur Verfügung stehenden Karten bilden kann, entscheidet die jeweils höchste Karte, die er verwenden kann, über seinen Gewinn oder auch seine Niederlage.
 
In unserem links abgebildeten Beispiel wäre dies die Pik Ass. Farben, also Pik, Herz, Karo
oder Kreuz spielen bei Texas Hold'em übrigens keine Rolle für die Wertigkeit der Hand! Sollten also zwei Spieler als höchstmögliche Kombination beide jeweils z.B. ein Ass halten, sind deren Hände als gleichwertig anzusehen. In einem solchen Fall würde dann die zweithöchste Karte über Sieg oder Niederlage entscheiden.
 
In unserem Beispiel ist die zweithöchste Karte der Bube (Jack). Würde Ihr Gegenspieler als zweithöchste Karte z.B. neben einem Ass nun einen König halten, wäre Ihre Hand unterlegen. Diese, übrigens oft zur Beruteilung der höherwertigen Hand notwendige zweite Karte, bezeichnet man auch als "Kicker". Sollte diese Karte ebenso vom Wert her identisch zu der Ihres Gegenspielers sein, würde die dritthöchste Karte herangezogen werden usw.. Im praktischen Spiel genügt meist jedoch eine Kicker-Karte, um den Sieger zu ermitteln.
 
In unserem Beispiel wäre Ihre Hand also: "High Card Ass mit Bube als Kicker"!
highcard_poker
2.) One Pair - Ein Paar:
Das zweitniedrigste Pokerblatt liegt vor, wenn ein Spieler ein Paar, also zwei Karten des gleichen Wertes als Hand vorweisen kann. Sollten zwei Spieler jeweils ein Paar halten, entscheidet das höherwertige Paar über Sieg oder Niederlage. Ein Paar Buben unterliegt also z.B. einem Paar Damen (Queens).
In unserem Beispiel halten wir zwei Buben (Jacks) als bestmögliche Hand. Sollte Ihr Gegenspieler nun ebenso zwei Buben als höchstmögliche Kombination vorweisen können, sind die Hände als gleichwertig anzusehen und es entscheidet dann der Kicker (die höchste vorhandene Karte, die ein Spieler neben dem Paar hält). In unserem Beispiel wäre dies die 10. Auch hier spielt die Farbe des Kickers keine Rolle für die Wertigkeit dessen.
 
Sollte auch der Kicker identisch sein, also Ihr Gegner ebenso ein Paar Buben mit 10 Kicker halten, würde die dritthöchste Karte zur Beurteilung herangezogen werden. In unserem Beispiel dann die 9. Auch dies ist im praktischen Spiel jedoch eher selten anzutreffen.
 
In unserem Beispiel wäre Ihre Hand also: "Buben-Paar mit 10 Kicker"!
one-pair_poker
3.) Two Pairs - Zwei Paare:
Kommen wir zur nächsthöheren Hand: Zwei Paare. Bei dieser - von Anfängern übrigens oft überbewerteten Hand - muss ein Spieler also letztlich zwei Mal zwei Karten des jeweils gleichen Wertes vorweisen können. Sollten zwei Spieler zwei Paare halten, entscheidet das höchstwertige Paar über Sieg oder Niederlage. Ein Paar Buben mit einem Paar Damen unterliegt hierbei beispielsweise einem Paar Königen mit einem Paar Zweien, da das
Königs-Paar das höchstwertige Paar aus den im Beispiel genannten Händen darstellt. Das zweithöchste Paar, das ein Spieler hält, spielt im Zusammenhang mit der Bewertung höchstens dann eine Rolle, wenn beide Spieler ein gleichwertiges "höchstes Paar" halten, also z.B. beide Spieler halten als höchstes Paar jeweils ein Königspaar. In diesem Fall würde dann das zweite Paar entscheidend sein.
 
In unserem Beispiel halten wir ein Assen-Paar zusammen mit einem Zweier-Paar als bestmögliche Hand. Sollte der Fall eintreffen, dass Ihr Gegenspieler nun tatsächlich ebenso ein Assen- und ein Zweierpaar hält, entscheidet der Kicker (die höchste vorhandene Karte, die ein Spieler zusätzlich zu den Paaren verwenden kann. In unserem Beispiel wäre dies die 5. Bei exakter Gleichheit wird der Pott geteilt.
 
In unserem Beispiel wäre Ihre Hand also: "Zwei Paare, Asse und Zweier mit 5 Kicker"!
two-pairs_poker
4.) Three of a kind - Drilling (auch Set oder Trips):
Der Drilling oder auch das Set stellt bereits eine relativ gute Pokerhand dar. Hier muss der Pokerspieler drei Karten des jeweils gleichen Wertes als Hand vorweisen können. Sollten zwei Spieler einen Drilling halten, entscheidet der höherwertige über Sieg oder Niederlage. Sollten zwei Spieler einen gleichwertigen Drilling halten, entscheidet der höhere Kicker über Sieg oder Niederlage.

In unserem Beispiel wäre Ihre Hand also: "10er-Drilling bzw. 10er-Set mit 5 Kicker"!
tree-of-a-kind_poker
5.) Straight - Straße:
Die Straight bzw. Straße wird mit fünf, unmittelbar aufeinander folgenden, aufsteigenden Karten gebildet. Zu beachten ist hierbei die Sonderstellung des "Ass". Dieses kann bei einer Straße sowohl vor einer Zwei (also als niedrigste Karte) als auch als höchste zählen, wenn es auf einen König folgen sollte. Die Straße kann jedoch niemals "ums Eck gehen". Eine Straße, wie z.B. K,A,2,3,4 ist also nicht möglich. A,2,3,4,5 ist die niedrigst mögliche
Straße und 10,J,Q,K,A wäre die höchstmögliche. Farben spielen innerhalb der normalen Straße keine Rolle.
 
Sollten zwei oder mehrere Spieler eine identische Straße vorweisen können, kommt es zu einem sogenannten Split-Pott. Die zu gewinnende Summe wird in einem solchen Fall also zwischen den hiervon betroffenen Spielern aufgeteilt.
 
In unserem Beispiel halten wir: "Straße von 8 bis Dame"!
straight_poker
6.) Flush:
Ein Flush liegt vor, wenn ein Spieler fünf Karten der identischen Farbe vorweisen kann. Die Höhe der einzelnen Karten spielt bei einem Flush höchstens dann eine Rolle, wenn mehr als ein Spieler einen Flush halten sollte.
 
Zu beachten ist hierbei, dass immer die exakt fünf höchsten Karten, die ein Spieler
verwenden kann, als Gewinnerblatt zählen. Ein Flush mit 3, 5, 10, K, A unterliegt dabei z.B. einem gleichzeitig vorhandenen Flush, der aus den Karten 2, 6, 10, K, A gebildet werden kann, da der zweitgenannte Spieler die 6 als individuell höchste Karte im direkten Vergleich der beiden Flushes und der Gegenspieler lediglich die 5 hält. Bei zwei exakt gleichen Flushes erfolgt Split-Pott! Dies kann z.B. dann zum Tragen kommen, wenn der Flush komplett in den Gemeinschaftskarten sichtbar wird und kein Spieler eine individuell höhere Karte der selben Farbe auf der Hand halten sollte, als komplett alle, die sichtbar sind.
 
Einen nicht mittels eines anderen Flushes zu überbietenden Flush nennt man auch Nuts-Flush. Dieser liegt z.B. dann vor, wenn ein Spieler die höchstmögliche Karte des Flushes innerhalb seiner eigenen Pocketkarten hält, welche übrigens nicht zwingend das Ass sein muss. Liegt z.B. das Ass des Flushes in den Gemeinschaftskarten, hält ein Spieler bereits dann den "Nuts-Flush", wenn er diesen z.B. mit einem zum Flush passenden König in seinen Pocketkarten bilden kann.
 
In unserem Beispiel ist ein "Pik-Flush mit Ass hoch" sichtbar.
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7.) Full House - volles Haus:
Können Sie als Pokerhand einen Drilling sowie gleichzeitig ein Paar vorweisen, halten Sie mit einem Full House ein sehr gutes Pokerblatt.
 
Wenn ein Full House gebildet werden kann, ist jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gegenspieler ebenso ein Full House erreichen kann, relativ hoch. Sollten also zwei Spieler
ein Full House vorweisen können, zählt immer das höhere Set (Drilling) als ausschlaggebend für die Wertigkeit des Full House.
 
So zählt z.B. ein Full House, 5er-Drilling in Kombination mit Assen-Paar niedriger als z.B. einem Full House 8er-Drilling mit 2er-Paar.
 
Sollten zwei Spieler ein Full House mit dem identischen Drilling halten, entscheidet das höherwertige Paar über den jeweiligen Sieg oder die Niederlage.
 
Bei zwei exakt identischen Full House-Händen wird der Pott gesplittet und die Poker-Hände als unentschieden gewertet.
 
In oben eingeblendeten Beispiel halten wir ein "Full House 10 full of 5".
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8.) Four of a kind - Quads - Vierling:
Four of a kind oder auch Vierling bzw. Quads sind eines der höchsten Pokerblätter, die sie erhalten können.
 
Hierbei müssen Sie alle vier Karten eines gleichen Wertes als Pokerhand bilden können. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein anderer Mitspieler ebenso einen Vierling bilden
kann, wenn Sie einen solchen haben. Sollte dies dennoch der Fall sein, entscheidet der höhere Vierling über Sieg oder Niederlage. Sollten mehrere Spieler den identischen Vierling bilden können (dies ist nur dann möglich, wenn alle hierzu gehörigen Karten in den Gemeinschaftskarten auftauchen) entscheidet der Kicker über die höherwertige Hand.
 
Oben sichtbar ist ein "Damen-Vierling" mit einer 2 als Kicker.
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9.) Straight Flush:
Ein Straight Flush ist die zweithöchste Hand, die Sie bei einem Pokerspiel erhalten können. Sie stellt eine Straße, also fünf unmittelbar aufeinanderfolgende, aufsteigende Karten dar, die noch zusätzlich in der identischen Farbe sind.
 
Auch hier ist - wie bei der "normalen" Straße - die Sonderstellung des "Ass" zu beachten.
Dieses kann sowohl vor einer zwei (also als niedrigste Karte) als auch als höchste zählen, wenn es auf eine König folgen sollte. Die Straße kann jedoch niemals "ums Eck gehen". Eine Straße, wie z.B. K,A,2,3,4 ist also nicht möglich. Allerdings wäre ein Straight Flush mit Ass hoch bereits identisch mit einem Royal Flush, der höchstmöglichen Pokerhand überhaupt.
 
Sollten zwei Spieler gleichzeitig einen Straight-Flush vorweisen können, entscheidet die individuell höchste Karte über Sieg oder Niederlage. Bei zwei exakt identischen Straight-Flushes (in den Gemeinschaftskarten) kommt es zu einem Unentschieden, also zu einem geteilten Pott.
 
In der Abbildung ist ein "Straight Flush von 6 bis 10" zu sehen.
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10.) Royal Flush:
Sollten Sie einmal in den Genuß kommen, fünf unmittelbar aufeinanderfolgende Karten von 10 bis Ass bilden zu können, die noch dazu die identische Farbe haben, so halten Sie die beste Poker-Hand aller überhaupt möglichen, nämlich einen Royal Flush.
 
Es spielt bei einem Royal Flush übrigens keine Rolle, in welcher Farbe er vorliegt.

Die Wahrscheinlichkeit für diese Pokerhand ist leider so gering, dass die meisten Gelegenheits-Pokerspieler ihn weder je in einem Live- Spiel gesehen, geschweige denn, ihn selber erhalten hätten.
 
Sollten Sie einen Royal Flush erhalten, können Sie sicher sein, dass der Pott Ihnen gehört - außer: Er taucht tatsächlich komplett in den Gemeinschaftskarten auf! In einem solchen Fall käme es zu einer Aufteilung des Potts unter den zum Ende der letzten Setzrunde noch im Spiel befindlichen Personen.
 
Die Abbildung zeigt einen "Royal Flush in Herz".
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